Mein Corona-Tagebuch 4

Eine Einladung, sich zu erinnern:
Mein Corona-Tagebuch:

Wer von uns hätte sich jemals gedacht,
dass es Politiker:innen sich erlauben, uns zu umarmen.
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Umarmungen

Eine Umarmung ist etwas Besonderes. Eine liebevolle Geste, die in den verschiedensten Situationen vieles zum Ausdruck bringt. Aus ihr spricht Liebe, Wärme, Annahme, Wertschätzung, Trost, Zuspruch. Eine Umarmung drückt aus, dass man diesen Menschen gerne mag. Eine Geste die keiner Worte bedarf.
In dieser speziellen Zeit, sind wir gefordert Abstand zu halten. Abstand zu Menschen die wir lieben. Zu Eltern, Geschwistern, Großeltern, Verwandten, Freund:innen, sogar zum eigenen Kind, sofern es nicht im gemeinsamen Haushalt lebt. Es fällt nicht leicht. Jedenfalls mir nicht.
Ebenso ist es für mich schwer,  sich zur Begrüßung die Hand nicht reichen zu dürfen. Aus Sicherheitsgründen. Zum Wohle unserer Gesundheit.  Diese wertschätzenden Zeichen zwischen Mensch, die selbstverständlich erschienen, bekommen wohl in Zukunft eine ganz neue Bedeutung.
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Liebe Grüße, alles Gute und Segen.

Mein Corona-Tagebuch 3

Eine Einladung, sich zu erinnern:
Mein Corona-Tagebuch:

Traurig

Im August 2020 wurde meine Mama und mein Bruder innerhalb von wenigen Tagen nacheinander bestattet. Sehr gerne hätte ich liebevolle Abschiedsrituale am offenen Grab durchgeführt.
Wegen der allgemeinen Corona-Situation wurde mir jedoch nichts davon gestattet.
Bei uns im Salzkammergut ist es Tradition, dass man mit ein Zweiglein vom Buxbaum ns Weihwasser taucht, anschließend damit den Sarg im offenen Grab segnet. Nicht einmal diese Abschiedsgeste wurde uns erlaubt.
Das macht mich sehr, sehr traurig, weil ich es mir für meine Liebsten so gewünscht hätte.
Wenn ich jetzt daran denke, wie wir in Corona-Zeiten von den Politiker:innen an der Nase geführt wurden, wie viele Schauermärchen uns erzählt wurden , um uns gefügig zu machen und zu manipulieren, werde ich richtig wütet. Aber, hinterher ist der Mensch immer gescheiter.
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Ich wünsche einen beschaulichen Abend.

Mein Corona-Tagebuch 3

Eine Einladung, sich zu erinnern:
Mein Corona-Tagebuch:

Ich habe während des ersten Lockdowns 2020 einige Aussagen gesammelt,
die verschiedenste Leute gesagt haben. Die allermeisten hörte ich am Telefon.
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Hier sind sie:

Heilige Corona schau oba auf uns.
Ich bin jetzt richtig grantig.
Mir is so fad, ich glaub i daschlog wen.
Corona hin oder her, der is oiwei so deppert.
Waun i de Maskn aufhob, siag i so schlecht.
Mei Katz ist schau richtig gnervt, weil i dauernd dahoam bi.
Waun die Corona nu laung dauert, passt ma überhaupt koa Gwaund mehr.
I kunnt ois zerdreschn.
Der hat wirkli nimma olle siebn Tassn im Schraunk.
Ich bitte um eine großzügige Spende.
Mir feiern heia Ostern im kleinen Kreis. Jeder für sich.
Der macht so viel Bledsinn, dass mi wundert, das er so oid woarn is.
Morgen ist mei Hausarzt do, waun a do ist und am Mittwoch ist mei Frauenarzt do, waun a do is.
Mei Mau is a gaunz a Witziger.
Des Lenkradl hab i eh desinfiziert und den Schlüssl a.
Den Ghino (Hund) taugt des voi das ma oiwei dahoam san.
Gott sei Dank hab in nu an Rotwein.
Der wird von mir nicht mehr gegrüßt, er lügt mir zuviel.
Jetzt lossns mi endli in Ruah mit derer Scheiß-Maskn.
Des is sowieso überhaupt des Allerbeste.
I hob schau boid koa Haut mehr auf de Händ va lauta woschn.
I hau ghört, das ma de Maskn in die Mikrowelle legn soll.
Jetzt des, und i derf aus Wels net aussi foahrn.
Fünfungzwanzig Leute, jeweils zwei Meter Abstand, na des is ungemiatlich.
Woaßt du, wie laung i schau koan Briaf mehr geschriebn hab.
Naa, bitte kann Bärlauch hoin, du zahst da en Corona-Virus hoam.
Gestern hat er nu glocht drüber, owa heit is eam schau vergaunga.
Des hod da Kurz gsogt also stimmts.
Mir wern daun z´Weihnachten Ostern feiern, is eh wurscht.
Du kaunst do ned nur Erdäpfel essen.
Geh, so a Bledsinn.
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Herzliche Grüße und gesegnete Mahlzeit.

Mein Corona-Tagebuch 2

Eine Einladung, sich zu erinnern:
Mein Corona-Tagebuch:

Ich erinnere mich …
… wie entsetzt ich war, als die ersten C.Fälle in Österreich bekannt wurden,
ein Bürgermeister einer OÖ-Fremdenverkehrsgemeinde ,
in einem Interview sagte, dass trotz allem, die Tourist*innen
aus dem Land indem das Virus den Anfang nahm, herzlich willkommen seien.
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… wie erleichtert ich war, als von der Regierung zu Beginn der Pandemie,
die Schutzmaßnahmen verkündet wurden.
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… wie intensiv meine Angst vor Ansteckung damals war.
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… dass ich von 8.3. bis 1.5.2020 das Haus nur zum Müll entsorgen verlassen habe.
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… wie traurig es war, dass ich unsere Mama und unseren Bruder im Sommer 2020,
 nicht besuchen durfte im Krankenhaus, weil nur eine Person pro Tag für eine Stunde zu Besuch kommen durfte. Diese eine Stunde, wollte ich meiner Schwester, und meinen (Stief)Papa nicht wegnehmen. Bei meinem Bruder natürlich der Schwägerin den Vortitt ließ.
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… wie entsetzlich es nach dem Tod von Mama und Bruder damals war, dass die Trauerfamilie und Trauergäste, sich nicht berühren, sondern sich nur wie Statuen zunicken durften.
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… dass ich für die Verabschiedung unserer zwei Liebsten einige schöne Rituale geplant hätte,
doch ALLES verboten wurde, aus Sicherheitsgründen. Nicht einmal mit einem Zweiglein vom Segensbaum, durfte Weihwasser auf das Grab geträufelt werden.
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… dass ich zu damaliger Zeit, alles für wahr und wirklich genommen habe, was uns
an Sicherheitsvorkehrungen aufgedrückt wurde ….
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Segensgrüße hinaus in die Welt.

Mein Corona-Tagebuch 1

Eine Einladung, sich zu erinnern:
Mein Corona-Tagebuch:

Postcoronale Menschwerdung Positive Neuerungen, Erfindungen,  Entwicklungen welche der Menschheit dienlich sein sollten, sind in ihrer Verwendung missbraucht worden. Sie dienten nicht mehr ihrer wahren Bestimmung. Nämlich der das Leben zu erleichtern. Das Gegenteil war der Fall. Die Menschen haben sich zum Slaven gemacht. Anstelle Technik zu nutzen, wurde sie zweckentfremdet.  Unlauterer Wettbewerb, Machtmissbrauch, Ausbeutung auf allen Ebenen. Das gehörte zur normalen Geschäftsgebarung. Viele Bevölkerungsschichten, schwangen sich auf diesen zerstörerischen Lebens-Modus ein.  Selbstsucht, Egoismus, Narzissmus, Gier, Gleichgültigkeit.  Faktoren die sich alles in allem ungünstig auswirkten. Mächtige, globale Zerstörungsmechanismen kamen in Bewegung.
Achtsamkeit, Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit hatten nicht Platz in der  (Geschäfts) – Welt. Schon gar nicht in Köpfen und Herzen vieler. Dann kam Tag x mit  SARS-CoV-2 und somit Stillstand.
Etwas das nicht zu sehen, zu riechen, zu fassen oder zu fühlen ist. Dieses Unfassbare – ein Virus. Ein zerstörerisches noch dazu. Nichts war mehr so wie es gestern noch war.
Gewiss ist, dass es eine Zeit nach Corona geben wird. Noch nicht gewiss ist, wie die Menschen sich danach verhalten werden. Ob sie dort weiter machen, wo sie aufgehört haben, oder ob es eine postcoronale Menschwerdung geben wird. Indem sich die Menschheit auf andere Wertigkeiten besinnen wird. Ich vertraue auf eine bessere Welt.
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Herzenswarme Erinnerungsgrüße mit Segen.