Literarisches Thema: „Gemeinschaft und Gesellschaft“ Warum?

Es bleibt das Warum
Drabble

Am Telefondisplay las ich den Namen meiner Freundin als es klingelte. Mit Freude nahm ich ihren Anruf entgegen.  „Monika, ich muss dir etwas sagen. Wenn ich fertig gesprochen habe lege ich auf. Deine Telefonnummer werde ich anschließend löschen aus meiner Kontaktliste. Und bitte stell mir keine Fragen.“  Ihre Stimme klang eigenartig. Ein unangenehmes Gefühl machte sich in mir breit. Mein Herz klopfte bis zum Hals. Sie bedankte sich für die jahrzehntelange Freundschaft. Für alles was ich für sie getan habe. Für alles was sie durch mich lernen durfte. Abschließend las sie ein Gedicht, dessen Schlussworte lauteten: „Ich vergesse dich nie!“
***
Grüße in den Regengrauenkuschelnachmittag!

Literarisches Thema: „Gemeinschaft und Gesellschaft“ Alles zurück …


Drabble

Alles zurück an den Start. Von Neuen beginnen. Das Rad der Zeit zurückdrehen.
Auslöschen das, was an Tragödien und Katastrophen von Menschen verursacht wurde. Ausradieren das, was durch Macht- und Geldgier an Fürchterlichen verursacht wurde. An den Menschen. An den Tieren. An der Natur. Im Kosmos und kollektivem Bewusstsein. Den Getöteten, Missbrauchten, Gedemütigten, Misshandelten ein Gesicht und einen Namen geben. Den geschundenen Tiere eine Stimme verleihen. Anerkennen, dass auch sie Gottesgeschöpfe sind. Unsere Geschwister. Zurück an den Start wäre in unzähligen Bereichen richtig und notwendig. Wäre nicht schon so unbeschreiblich vieles unwiderruflich zerstört worden. Vielleicht wäre Langsamkeit und Bewusstheit hilfreich.
***
Es regnet, es regnet, es regnet!
Regenraschelnde Segensgrüße in ein kuscheliges Wochenende!

Literarisches Thema: „Gemeinschaft und Gesellschaft“

Vorgeschrieben
die Kleiderordnung
an diesem Festtag
dunkelblau/weiß wurde gewünscht
Hochzeitsgesellschaft
***
Reichlich
floss der
Alkohol am Abend
nach der Hubertusfeier – eine
Jagdgesellschaft
***
Beim
Einparken kam
eine Dame der
feinen Gesellschaft in Wut
Götzzitat
***
Samstagabend
in Linz –
es wälzen sich unzählige
Menschen durch die Landstraße
Lockdown
***
Aus
Wollresten gestrickte
Quadrate für Decken
stricken und zusammennähen ein
Gemeinschaftsprojekt.
***
Hinterfragen
will ich
nicht alles hinnehmen
ich bin und bleibe
gesellschaftskritisch.
***
Gute Nacht mit Silbersternensegen!

Literarisches Thema: „Gemeinschaft und Gesellschaft“

Soeben ist sie erschienen, die erste Ausgabe des Feierabends 2021.
Insgesamt die 115 Ausgabe aus der Reihe Lebens-Lese-Zeichen.
Die Herausgeberin, Frau Friederike Amort hat ein sehr relevantes Thema vorgegeben. 22 Autorinnen und Autoren, inklusive Herausgeberin,
haben sich zum Thema Gedanken gemacht. Auch ich war zum Mitschreiben eingeladen. Danke, ich freue mich!
***

Gemeinschaftsfeindlich

Liebe Leute es tut mir leid,
ach, ich bitte euch verzeiht!
Ich kann das nicht als Gemeinschaft bewerten,
wenn die Menschen einander entwerten.
Ob in Gruppen oder Vereinen,
sollten die Leute sich vereinen.
Doch von Gemeinschaft keine Spur,
viele sind boshaft und neidisch nur.
Hat eine etwas gut gemacht,
wird hinterm Rücken schon gelacht.
Was bildet die sich wieder ein!
Will wohl nur die Beste sein!
So habe ich es oftmals erlebt,
danach der Sinn mir niemals steht.
In der Gemeinschaft sollen die Menschen sich freuen
und nicht später ihr dabei sein bereuen.
***

Gesellschaftliche Veränderungen

Mit dem Gemeinschaftssinn ist es schlecht bestellt,
das habe ich aber vor Covid schon festgestellt.
Ob im Bus, Bahn oder Wartezimmer,
den Nächsten sieht der Mensch wohl nimmer.
Handys werden gezückt und Stoppeln in den Ohren,
wenn das so weitergeht ist die Menschheit verloren.
Das hat überhaupt nichts mit dem Alter zu tun,
so viele Menschen stecken in diesen Schuh´n.
Wenn man nicht mitmacht kann das kaum wer versteh´n,
weil schließlich sollte man mit der Zeit doch mitgeh´n.
Mir ist das egal, ich brauche das nicht,
viel lieber schaue ich den Nächsten in das Gesicht.
***
Gute Nacht mit Silbersternenregen!

Zivilcourage

Mut zur Zivilcourage

Zivilcourage braucht das Land,
Menschen mit Herz, Hirn und Verstand.
Menschen die offen durchs Leben gehen
und über ihren Tellerrand hinaus sehen.
Die, wenn Unrecht geschieht die Augen verschließen,
doch durch Bosheit Anderen das Leben verdrießen.
Das sind sie die Feiglinge und Duckmäuser im Lande,
Gott lass sie erkennen – sie sind eine Schande!
***
Dieses Gedicht habe ich zum Thema Mut, vor längerer Zeit
für die Literatureditionen Lebens-Lese-Zaichen geschrieben.
Ich denke es passt so wunderbar zum heutigen Holocaust-Gedenktag.

Herzenswarme Segensgrüße hinaus in die Welt.