Lebensgeschichtliche Erinnerungen Herbergsuche im Salzkammergut

Heidi Maria Stadler lädt in ihrer Erinnerungswerkstatt
zum mitschreiben ein.

Der rundgesichtige Vollmond, erhellte die schneebedeckte Landschaft zauberhaft und geheimnisumwoben zugleich. Der Schnee knirschte unter den Füßen der Menschen, welche in einer kleinen Gruppe zur späteren Abendstunde  durch das kleine Dorf zogen. Sie hatten Fackeln und Laternen mit flackernden Kerzenflammen bei sich.
Allen voran, an der Spitze der  Menschenformation,  zog eine reife andächtig anmutende Frau. Bekleidet mit dunkelgrünen Hubertusmantel und  dem dazu passenden Kopftuch. In ihren Händen trug sie eine herrliche, sehr fein ausgearbeitete Kastenkrippe.  Ehrfürchtig, ja zärtlich hielt sie dieses Prachtexemplar in ihren Händen.  In ihrer Aura war zu spüren, dass ihr diese Krippe, dieses Handlung im Moment nicht nur vieles bedeutete. Es hatte deutlich den Anschein, als handle es sich dabei um eine heilige, segensreiche Geste.
Zielstrebig, sicheren Schrittes steuerten die Leute auf das nächstliegende Haus zu.
Dort angekommen pochten sie laut und kräftig an die wuchtige, hölzerne Haustür.
Von einer Frau wurde die Haustüre  geöffnet. Auch sie hielt in ihrer Hand eine entzündete Fackel. Hinter ihr war der Rest der Familie versammelt. Die Freude über diesen späten Besuch strahlte ihnen förmlich aus den Augen.  In dem Moment wo alle Beteiligten still und andächtig waren, stimmte die Gruppe der wandernden Menschen, das Lied: „Sankt Josef geht von Tür zu Tür, bringt überall sein Bitten für“ an. Als das Lied fertig gesungen war, übergab die um Herberge bittende Frau, die Kastenkrippe an die andere Familie weiter.
Im Anschluss wurde ein“ Gegrüßet seist du Maria“ und „Der Engel des Herrn „ gebetet.
Als dies  geschehen war, machten sich die gläubigen Menschen die um Herberge für Maria und Josef gebeten hatten, glückselig und zufrieden auf den Heimweg.

Romantisch gestimmte Erinnerungsgrüße zu euch!

Veröffentlicht von

Monika-Maria Ehliah

... alles Wunderbare ist einfach und alles Einfache wunderbar! Wenn du in meinen Buchstaben-Zaubereien liest, auch zwischen den Zeilen, wirst du mich gewiss näher kennen lernen. Ich freue mich darauf!

4 Gedanken zu „Lebensgeschichtliche Erinnerungen Herbergsuche im Salzkammergut“

    1. Danke dir, liebe HM!
      Das freut mich!
      Die Herbergsuche mit der Kastenkrippe war bei und im Salzkammergut in der ländlichen region ganz was Besonderes. Die Kateenkrippe die meine Oma weitergab, war im Familienbesitz. Sie war sehr stoz darauf. Ich liebte sie auch als Kind sehr.
      Leider ist sie nach den Tod der Großeltern „verschwunden“.

      Gefällt 1 Person

      1. Schade, dass die Krippe „verschwunden“ ist. Nach deinen Erzählungen zufolge scheint sie wirklich etwas sehr besonderes zu sein.
        Ich habe gerade mal gegoogelt und nun zumindest eine kleine Vorstellung davon.

        Gefällt 1 Person

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