Tag des Friedhofs 20.9.2020

Friedhöfe haben eine besondere Ausstrahlung. Eine Ausstrahlung die nicht nur mit Traurigkeit und Wehmut verbunden ist. Gerne spaziere ich durch Friedhöfe. Schaue mir die Gräber an. Den Grabschmuck. Wie die letzten Ruhestätten unserer irdischen Hülle gestaltet sind und werden. Üppig, karg, elegant, minimalistisch, besonders liebevoll, geradlinig, warmherzig, kühl, bunt, kitschig, kunstvoll. Die Gestaltungsmöglichkeiten und – arten sind vielseitig, wie sie vielseitiger nicht sein könnten. Hinzu kommt, dass diese auch von Ort zu Ort, von Bundesland zu Bundesland sehr stark variieren. Wenn ich über die Friedhöfe wandle und mich in Gedanken verliere, kommt mir vieles in den Sinn. Wie wird dieser oder jener Mensch wohl gelebt haben? War das Leben schön, erfüllend, zufriedenstellend? Oder war es anderweitig geprägt? Sehr oft kommt mir auch der Vers von Peter Roseggers Gedicht *Wünsche zum neuen Jahr* in den Sinn wo es heißt: Und viel mehr Blumen, solange es geht, nicht erst an Gräbern – da blühn sie zu spät. Aber sei es wie es sei, für mich ist in jedem Fall, tiefer Frieden zu Zufriedenheit spürbar und ganz viel Liebe. So genieße ich diese Momente in liebevollem Gedenken an diese Menschen, egal ob sie mir bekannt oder unbekannt waren. Ich gedenke ihrer mit Achtung und Respekt und wünsche ihrer Seele ein wundervolles Auf-ER-stehen im Lichtschloss Gottes.
***

F riedliches ruhen im Lichte Gottes
R eise beendet hier auf  Erden
I nniges Gedenken mit blutendem Herzen
E ndlichkeit – viel zu früh seid ihr gegangen
D er Abschied ist schmerzerfüllt
H erzeleid und seelische
O hnmacht – doch eure Seelen sind
F rei
***
F estliche Friedhofskultur
R
ingsum blütengeschmückte Grabstätten
I m feierlichen Lichtermeer
E rde tiefschwarz in Harmonie mit weißen Kies
D enkmalschwere  Skulpturen oder Grabkreuze
H eldendenkmal ehrwürdig beflaggt
O leanderstauden zieren den Kiesweg
F riedhofsidylle
***
F reudige Erinnerungen an der Hand
R eichlich Trauer im Herz und Verstand
I n Liebe still und innig gedenken
E hrerbietung damit cshenken
D arbringung von Blumen und Kerzen
H offnung auf Wiedersehen im Herzen
O ffene oder vernarbte Wunden
F ür ewig im Herzen verbunden
***
… von Herz zu Herz mit liebevollen Gedanken & Segen …

Veröffentlicht von

Monika-Maria Ehliah

... alles Wunderbare ist einfach und alles Einfache wunderbar! Wenn du in meinen Buchstaben-Zaubereien liest, auch zwischen den Zeilen, wirst du mich gewiss näher kennen lernen. Ich freue mich darauf!

12 Gedanken zu „Tag des Friedhofs 20.9.2020“

  1. Ein schönes Gedicht und ein schöner Text dazu. Ich bin ganz bei dir – Friedhöfe sind gute Plätze zum Spazieren, Lesen, philosophieren und Dankbarkeit erfahren. Manchmal wird man traurig oder hat das Gefühl, nicht allein dort zu sein. Aber man nimmt immer etwas mit, wenn man dort gewesen ist.
    Der schönste Friedhof, den ich bis jetzt gesehen habe, befindet sich in Österreich in Hallstatt. Er thront über einem See mit Blick auf die Berge und ist unheimlich klein. Leider trampeln da normalerweise tagtäglich hunderte Touristen drüber, und ich war ja auch da, aber die Lage des Friedhofs ist dennoch wunderbar friedlich. An der äußersten Ecke steht ein Grab, das statt eines Kreuzes eine rote Laterne hat. Ich habe leider nicht gesehen, ob sie nachts leuchtet, aber wäre das nicht schön? Als Erinnerung in der Dunkelheit, den Ahnen stets zu gedenken, und als Leuchtturm für umherirrende Seelen, dass sie dort nach Hause kommen. Ich bin zwar keine Christin, aber diesen Gedanken finde ich sehr tröstend.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!
    Alina

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    1. Danke dir für deinen Besuch und deine Worte. Hallstatt gehört zum Salzkammergut, das ist meine (frühere) Heimat. Wenn du wieder dort bist, solltest du den Friedhof von Traunkirchen besuchen. Ein kleiner (Berg-)Friedhof mit Blick auf den Traunsee und Traunstein. Rechter Hand der Johennesberg. Zauberhaft.
      Als ich vorigen Samstag mit meiner Schwester, Tihrer und meiner Tochter die Gräber unserer Lieben besucht haben, habe ich fstgestellt dort sieht es so aus wie früheren Filmszenen in Heimatfilmen.

      Danke für deine Worte die du mir hier schenkst, sie berühren mein Herz.
      HERZlichste Grüße auch Ober-Österreich

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      1. Oh schön, vielen Dank für den Tipp! Ich weiß noch nicht, wann es mich wieder nach Österreich verschlägt, aber Traunkirchen werde ich mir merken.
        Solange werde ich vielleicht mal wieder den Friedhof in meiner Heimatstadt besuchen. Der liegt zwar nicht an einem See, aber hat viele alte Bäume und ist eher angelegt wie ein Park.

        Liebe Grüße
        Alina

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  2. Ich erinnere mich, dass ich mit etwa 8 Jahren einen Vers auf einem Grabstein las, der einen sehr tiefen Eindruck auf mich machte. Er hiess: „Was die Erde hier umfangen hält, das war für mich die ganze Welt“.
    Ich glaube, dass ich damals anfing über den Tod nachzudenken, der mir bis zum heutigen Tag grosse Angst macht.
    Irgendwo las ich mal, dass der Schlüssel zur inneren Freiheit dort zu finden ist, wo man die Angst vor dem Sterben überwunden hat.
    Wieviele Menschen wohl diese Freiheit erreichen dürfen, frage ich mich?
    Drück Dich ganz lieb und wünsche Dir einen schönen Sonntag. ❤

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  3. Als Kinder haben wir viele Spaziergänge über den Friedhof gemacht. Weil es für unsere Mutter die nächstgelegene Grünanlage (oder auch autofreie Zone) war. Es war auch immer mit etwas Erziehung verbunden. Die Erfurcht vor den Toten – denn auf Friedhöfen sollten wir nicht laut sein oder lustige Spiele spielen. Ich finde das überhaupt nicht verkehrt. Daher Danke für Deine Denk-Anregungen und Erinnerungs-Anstöße!

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    1. Lieber Christoph,
      ich verneige mich in Dankbarkeit vor deinen Worten. Sie sind wahr und freuen mein Herz .
      „Es war auch immer mit etwas Erziehung verbunden.“ Ja, so ist es.
      Als unserTobi noch bei uns war (+2018 ) 🙂 🙂 spazierte ich mt ihm auch sehr gerne über den Friedhof. Wir haben einen sehr weitläufig angelegten. Auch Tobi hatte das gerne und er hat sich vorzüglich benommen… und kein einziges Mal das Beinchen gehoben.
      Wir haben unserem Tobi erklärt, dass Hund nicht überall und Jederzeit, sein Beinchen heben darf.
      (Nicht nur am Friedhof!) Das war für mich eine Erleichterung weil er überallhin mit durfte.
      Ich brauchte nur sagen: „Tobi hier nur schauen und schnuppern kein …. machen.
      Ach, wir vermissen ihn.
      Christoph meine Antwort auf denen liebenswerten Kommentar ist jetzt gehörig ausgeufert .
      Hab es gut, bleib gesund. Segen!

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  4. Gerne wäre ich gestern über einen schönen Friedhof in Mecklenburg gewandert, auf dem meine Mama ihre letzte Ruhestätte gefunden hat. Sie wäre am 20.9.2020 99 Jahre alt geworden. Aber leider ist sie schon vor 66 Jahren im Alter von 33 gestorben und wurde in ihrem (und meinem) Geburtsort begraben. Zu weit weg in dieser schrecklichen Corona Zeit.
    Danke für deine feinen Zeilen!
    Liebe Grüße
    Brigitte

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    1. Liebe Brigitte ich fühle mit dir.
      Kann gut verstehen dass du traurig bist wegen der Entfernung,
      weil in dieser Zeit alles sehr schwierig, anstrengend und auch gefährlich ist.
      Gott sei Dank sind wir mit unseren Lieben in der anderen Welt, jederzeit und überll verbunden.
      Jedoch ein Besuch bei der Grabstätte ist und bleibt etwas sehr Berührendes und viele Menschen machen ihn gerne. Ich auch!
      Mitfühlende liebe Grüße und danke!
      Segen! M.M.

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